Frischfisch

fish life reporting


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Die Stichlinge sind wieder da!

Fortsetzung:

Sie sind wieder da! Die Stichlinge (Gasterosteus aculeatus) auf dem Kreuzberg haben den Weg aus dem Berg gefunden und schwimmen schon wieder munter im unteren Becken.

Ich hatte ja letzten Herbst zwei Pärchen von den „Kreuzberg“- Stichlingen aus dem trockenen Laub gerettet. Die 4 durften in meinem Balkonteich überwintern und hatten ordentlich Apettit und haben bei mir massenweise Lebenfutter bekommen.


Die hatten wir, nachdem noch keine Bestandsstichlinge zu sehen waren dort wieder am 14.05.2011 unter den Augen einiger Schaulustiger  ausgesetzt. Zuerst testeten wir aber die Wasserwerte. Der Wasserfall wird mit Berliner Leitungswasser gespeist. Der hohe Leitwert verrät es eindeutig. Der ist ähnlich dem, was hier aus der Leitung tropft. Also sehr kalkhaltiges und sehr erdalkaliionenreiches Wasser. Da ich die Ursprungspopulation nicht entdecken konnte machte ich mir natürlich Sorgen über den Verbleib.

Heute (03.06.2011) fand mein erster Kontrollgang statt. Es liegt schon haufenweise Müll im Wasserfall. 1Euro Jobber putzen gerade die Spuren vom letzten Wochenende weg. Die Sonne scheint und ich hab alle Ebenen des Wasserfalls abgesucht. Da, wo wir die Stichlinge ausgesetzt hatten schwimmen inzwischen ein paar juvenile Stichlinge rum. Die sind noch so winzig das ich sie nicht fotografieren konnte. Vermutlich die ersten Ableger von meinen geretteten Fischen.

Im unteren Becken allerdings haben sich schon viele Stichlinge versammelt und auch schon fleißig Nester gebaut. Die Jungfische sind schon halb so groß wie die Elternfische, d. h. das können keine Nachkommen von mir sein. Das müssen welche aus dem Berg sein! Darüber freue ich mich natürlich riesig. Sie sind wieder da und der Wasserfall am Victoriapark  führt wieder die natürliche Population. Das Leben sucht sich eben immer einen Weg. Wie oft musste ich das inzwischen schon feststellen.

Kaulquappen einer Hyla Art

Wasserfall mit 1/4s Verschlusszeit fotografiert

Da sind sie wieder!

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MISTER MN


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Wer ist MISTER MN? Die Stadt sucht einen Sprayer.

Sonnenscheinspaziergänge durch Kreuzbergs Kiez nutze ich oft um Fotos zu schießen und den Strassenflair ein wenig einzufangen. In den letzten Wochen ist mir häufiger ein Tagger aufgefallen, der gerne auf wild entsorgte Kühlschränke taggt. Sein Pseudonym:

MISTER MN

In der Nähe der Hasenheide fiel mir ein Kühlschrank auf. Schön bunt getaggt mit Unterschrift von dem mysteriösen MISTER MN.

Mister Mn Fridge
Mister MN Fridge

Das jemand durch  Kreuzberg läuft und den illegal entsorgten Sperrmüll taggt find ich ja gut.
Sperrmüll wächst in Kreuzberg über Nacht am Straßenrand und in dunklen Ecken wo nachts keiner sein will. Morgens steht dann überraschenderweise eine komplett runtergeranzte Kücheneinrichtung am nächsten Baum und niemand hat gesehen wie es gewachsen ist. Räumt man das nicht binnen weniger Tage weg, vermehrt sich das ungewollt. Matrazen und inzwischen auch ganz oft noch intakte Röhrenfernseher gesellen sich in den nächsten Tagen zu dieser Einrichtung. Einfach grausam ausgesetzt. Wer adoptiert noch Röhrenfernseher heutzutage?

Aber zurück zu MISTER MN.
In „meinem“ Kiez muss der nachts unterwegs sein. Im „Gräfekiez“ war ich heute mal wieder spazieren bis runter zur Hasenheide.  Der Kühlschrank steht nicht mehr da. Da liegt jetzt nur eine lausige Schrankwand die keiner mehr haben will. Es ist zwar mieses Licht um Fotos zu machen, aber dank digitaler Technik werden die Bilder trotzdem was und es dauerte auch nicht lange um MISTER MN’s Spuren zu verfolgen. Janstraße…. ein getaggter Kühlschrank. Nicht so schick wie der letzte, aber der Tagg kommt mir bekannt vor. Wenn das nicht die Spur von MSTER MN ist? Zwar hat er nicht signiert diesmal, aber die Sprache ist eindeutig wie mir scheint. Das ist seine Handschrift.
Ich setzte meine Weg weiter fort und laufe Richtung Zickenplatz. Da war MISTER MN auch schon. Breit und Fett auf der Hauswand:
Das is diesmal aber kein Sperrmüll.  Breit die Hauswand verschönert. Die ist eh schon total zugetaggt und das Haus will eh keiner streichen. Lohnt sich nicht in Kreuzberg wenn man nicht für tausende von Euros eine Spezial-Anti-Graffiti-Beschichtung auf die Wand aufbringt. Da haben die Hausbesitzer irgendwie recht. Schafft bloss keine Freiflächen für böse Tagger.
Es gibt aber trotzdem genug freie Fläche die man
zusprühen kann. Und das weiß auch unser MISTER MN, sowie alle anderen Tagger aus der Gegend. Irgendwann fällt auch die beste  Farbe vom Putz und dann ist wieder Platz für Neues.
Immer noch Janstraße am Zickenplatz. MISTER MN hat sich hier alle 30 meter irgendwo verewigt. Jetzt gehen wieder die Diskussionen los wegen Sachbeschädigung, Kiezverschandelung (was für ein Wort)und aufgebrummte Sozialstunden vom Gericht. Von mir aus kann der taggen wo er will. So richtig die Sau rausgelassen hat er nocht nicht. Zumindest hab ich nix gesehen. Es gibt einige Tagger wo ich den Kopf schüttele. Grade auf Statuen und Skulpturen (sei es Kunst oder nicht) finde ich die Taggerei nicht gut. Guckt euch mal die Wassertöpfe am Marheinekeplatz an. Die Taggs sind schaize und völlig fehl am Platz. Das hat da nix verloren. Kunst, Kultur und Denkmäler sollte man in Ruhe lassen. Öde Beton- und Hauswände schreien dagegen ja förmlich nach Farbe. Das weiß auch  MISTER MN.
MISTER MN - Hasenheide
Hasenheide kurz vor der BAUHAUS Ausfahrt auf der rechten Seite find ich ihn wieder. Ich bin auf dem Weg zum Fitnessstudio und da sticht mir sein Tagg wieder ins Auge. Kamera raus und knips.
Da war er auch schon öfters wie man sieht. Die Werbetafel auf dem Bauhaus Parkplatz ist auch von ihm.

Irgendwann werde ich das Rätsel lösen wenn man mich lässt. Eventuell verschwindet MISTER MN genauso schnell wieder wie er aufgetaucht ist. Wer weiß ob sich das Rätsel jemals lösen lässt?
Ich jedenfalls erkenne seine Tags inzwischen auch ohne Signatur. Sollten Sie MISTER MN irgendwo sehen, wo ich noch nicht fotografiert habe, würde ich mich über einen Kommentar von Ihnen (mit Ortsangabe) freuen.
Nachtrag (18.01.2011)
Beim Spaziergang durch 36 im Bereich des Landwehrkanals findet man öfter seine Handschrift.
Mein Weg führte mich erst durch Kreuzkölln
bis zum Kanal. Dann über die Reichenberger zurück über Koti, Admiralstraße zurück zum Gräfekiez.
Mister MN mobil

Mister MN mobil

MISTER MN

MISTER MN


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Geschichte wird gemacht, es geht voran….

Cover of "Monarchie und Alltag"

Cover of Monarchie und Alltag

… war das Motto des heutigen Abends. Das Ganze nahm seinen  Anlauf an dem Tag, an dem ich die Stichlinge auf dem Kreuzberg dokumentierte.  Danach in der Großbeerenstraße lief mir Micha über den Weg. Micha ist der Bassist von den Fehlfarben.

Wir waren einige Jahre Nachbarn, als ich noch in der Großbeerenstr. wohnte und in der Zyankali Bar arbeitete. In dieser Bar lernte ich diverse Musiker aus der Szene kennen. Bleibt auch nicht aus wenn man 15 Jahre dort arbeitet. Solange ist das jetzt schon her…

Gern gesehen in der Bar, wir quatschten gern, auch ich machte Musik damals …Er erzählte mir von der neuen CD, der neuen Tour. Ich hatte schon lange nichts mehr gehört von den Jungs und so war ich neugierig. Micha fragte mich ob er mich auf die Gästeliste setzen soll beim nächsten Gig. Ich sagte JA… und wußte nicht im Geringsten was die Jungs zur Zeit am Start haben.

Sonntag sollte das Konzert starten im Lido. Super Location für diese Band. Tiefstes 36.

Ich schwing mich aufs Fahrrad. Ich frage mich ob Micha tatsächlich dran gedacht mich auf die Gäste liste zu setzen und radel los. Der direkte Weg zum Lido war nicht schwer, das Fahrrad direkt angeschlossen mit meinem 4kg Schloss an der Laterne. An der Abendkasse steh ich tatsächlich auf der Gästeliste und man gewährt mir Eintritt ohne Gegenleistung. Klasse! Er hat dran gedacht. Heldenhaft!

Das Lido. Legendärte Konzerte und Veranstaltungen gab es dort schon. Die Fehlfarben sind da absolut richtig.

Ich betrete die Halle. Alle Menschen dort, ähnlich alt wie ich, im Hintergrund. Niemand vorne. Sieht alles leer aus. Das ändert sich schlagartig als die Fehlfarben nach dem Vorsinger die Bühne betreten und loslegen. Die haben sich aber ordentlich Zeit gelassen bis zum Beginn. Einige Biere musste ich vernichten bis dahin…

… und dann haben die ordentlich abgerockt! Die Frau am Schlagzeug hat ordentlich Gas gegeben und ist damit extrem positiv aufgefallen! Die neue Scheibe hatte ich ja blöderweise vorher noch nicht gehört und ich wußte nicht was auf mich zu kommt.  Micha hat am Bass auch auf den Punkt gewobbelt und der Peter am Mikro hat bewiesen dass er durchaus noch ne komplette Halle rocken kann. Es gab ein paar Revivals von „Monarchie und Alltag“, das war man Xberg auch schuldig. Aber auch das neue Zeugs, das Peter souverän präsentiert hat, kann sich sehen lassen. Pogo in den vordersten Reihen, Zuckungen bei allen Beteiligten. Fehlfarben haben gezeigt das 80er nicht 80er sein muss und zeitgemäße Musik nicht an alten Dogmen kleben muss. Dafür gibts ganz viel Respekt von mir. Das schaffen wenige aus den alten Zeiten. Wer genau diese verfolgen will… hier klicken.

Wir warten. Von der neuen Scheibe 2010…(Regie: Kim Frank)

Micha, danke für den Gästelistenplatz. Ihr habt mich ordentlich überraschen können mit eurer aktuellen Scheibe. Respekt! Es war teilweise ein echter TimeWarp in die 80er. Für mich. Einziger Unterschied: Es darf nicht mehr geraucht werden.
Das ist aber der aktuellen Scheibe egal.

Hier gibt s ordentlich Hardware von den  Fehlfarben gegen Bargeld.

Peter Hein hat sich auch als Autor einen Namen gemacht… wen wundert´s? Seine Bücher gibt s hier.